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Kurzbeschreibung
"Armer Ritter" lebt allein mit seinem getreuen Schildknappen Kaspar in seiner verfallenen Ritterburg und kann sich grade mal so von seinem kleinen Rübenacker ernähren. Als nun eines Tages der dreizehnköpfige Drache Feuerschnief das Dorf der Bauern und die Burg des Rosenkönigs bedroht, fordern die Dorfbewohner, dass "Armer Ritter" mit diesem kämpfen soll.
Aber "Armer Ritter" ist zu arm, als dass er sich eine einigermaßen brauchbare Hose leisten könnte. Außerdem ist sein Pferd Ajax zu schwach, um ihn zu tragen und seine Waffe, die Lanze, ist beim Distelstechen abgebrochen. Kurzum: Er möchte schon gerne, aber unter diesen fatalen Umständen kann er einfach nicht kämpfen.
Da bringen ihm die Dorfbewohner Geschenke: einen Sack Hafer zur Stärkung des Pferdes, eine neue Hose für das Selbstwertgefühl des Ritters. Ja, sogar die Lanze wird vom Schmied gerichtet. "Armer Ritter" ist peinlich gerührt, kann er doch diese Schulden nicht begleichen. Nun ja, sagt man ihm, er könne ja später, nach verrichteter Arbeit, die aufgelaufenen Kosten lässig aus dem Drachenschatz begleichen.
Nun gibt es kein Zurück mehr. "Armer Ritter" reitet in den Wald Jetieferjeschwärzer, um sich dem Drachen mutig im Kampfe zu stellen. Er trifft auf die beiden edlen, aber mehr noch feigen Ritter Gurlewanz und Firlefanz, die ebenfalls den Drachen besiegen wollen. Gerissen lassen die beiden dem vermeintlich einfältigen Helden den Vortritt, in der sicheren Hoffnung, dass dieser den Kampf auf keinen Fall gewinnen kann. Doch es kommt anders. "Armer Ritter" besiegt den Drachen und - man will es kaum glauben - er teilt den Schatz mit den beiden Halunken. Er nimmt nur gerade so viel Geld, um seine Bringschulden zu bezahlen. Tja, ist es nun höfliche Bescheidenheit oder einfach nur Dummheit? Zur gleichen Zeit lebt im Schloss Belle Odeur der Rosenkönig mit seiner einzigen Tochter, der wunderschönen, aber immer noch unverheirateten Blütenprinzessin. Ängstlich hatte der König demjenigen seine Tochter als Frau versprochen, der das Land vom Drachen befreit. Von diesem Preis hatten alle - bis auf "Armer Ritter" - gewusst. Die beiden Schurken Gurlewanz und Firlefanz versuchen durch List und Trick den Sieg für sich zu proklamieren. Als aber das Geheimnis der Blütenprinzessin - sie trägt todbringende Dornen - ans Licht kommt, lassen die beiden Feiglinge wiederum "Armer Ritter" den fatalen Vortritt. Dieser lehnt, ganz ritterlich, natürlich nicht ab. Mit einem klugen Trick gelingt es "Armer Ritter", diesen gefährlichen Makel zu beseitigen. Nun könnte die Geschichte in schönster Harmonie enden, doch die beiden hinterlistigen Ritter Gurlewanz und Firlefanz treten nochmals als Neider dem frischen Glück in den Weg. Ein letztes Mal muss "Armer Ritter" kämpfen. Seine Liebesgefühle verleihen ihm Flügel, und er schlägt tatsächlich die beiden Halunken vernichtend im Dreikampf, schon vor dem angesetzten Turnier. Nun erst ist alles gut und schön. Und das Märchen ist zu Ende.
Einmal mehr versprüht der Autor Peter Hacks seinen unerreichten Wortwitz und beweist untrügliches Gespür für historisch-komische Situationen. So entwickelt sich eine tragisch-groteske Komödie, in deren Verlauf sich der Zuhörer mehrmals fragt, ob der Held eigentlich noch bei allen guten Sinnen ist. Ist es naive Einfältigkeit oder nur platte Dummheit oder ist es in Wirklichkeit eine verkannte Genialität, eine menschliche Übergröße, die "Armer Ritter" so handeln lässt? Wie auch immer, auf jeden Fall entwickelt sich so eine hinreißende Glosse über das verkorkste Rittertum, mit seinen verdrehten Zielen von Ruhm und Ehre.
Auf der CD/MC erleben die Zuhörer eine köstliche Inszenierung des gleichnamigen Hack´schen Märchens unter der Regie von Norbert Speer. Es spielen Henry Hübchen (Armer Ritter), Hermann Beyer (Kaspar), Eberhard Esche (Rosenkönig), Marina Krogull (Blütenprinzessin), Carmen-Maja Antoni (Gretel), Günter Junghans (Gurlewanz), Lothar Förster (Firlefanz), Gert Hänsch (Wirt), Harald Warmbrunn (Schmied), Gerhard Lau (Bauer) und Walter Lendrich (Herold). Reiner Bredemeyer´s Musik bereichert kongenial die hervorragende Aufnahme.
Eine Aufnahme des Rundfunks und Fernsehens der DDR aus dem Jahre 1982. Ein weiterer wichtiger Meilenstein der Peter-Hacks-Edition bei IGEL-RECORDS.
Auszeichnungen
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Eselsohr-Urkunde "Fällt aus dem Rahmen", April 2002
Auszeichnung der Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedien "Eselsohr"
